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Sommersemester 2026: Tol'dot & Tarbut - Jüdische Geschichte und Kultur

Sommersemester 2026:Tol'dot & Tarbut - Jüdische Geschichte und Kultur

Im Fokus der Reihe Tol‘dot & Tarbut (Geschichte und Kultur) stehen Personen, Ereignisse, Zeiträume und Orte, in denen sich bestimmte Entwicklungen der jüdischen Geschichte, Religion und Kultur geradezu kristallisieren. Die Reihe wendet sich nicht an Experten der Judaistik und Religionsgeschichte, sondern möchte einem breiteren Publikum die reiche Geschichte und die unterschiedlichen Strömungen des Judentums jenseits aller Folklore erschließen. Es gibt einiges neu und an scheinbar Bekanntem neue Seiten zu entdecken – und schließlich: Auch der christlich-jüdische Dialog lebt nicht nur vom guten Willen der Gesprächspartner*innen, sondern ebenso von deren Wissen.
Toldot & Tarbut 1-2025
Datum:
26. März 2026

„Die Demut ist die positive Macht, welche allen Eudämonismus niederschlägt“: Virtue and Power in Hermann Cohen's Ethics and Philosophy of Religion

Mo 27.04.2026 | 19.00 Uhr

Shira Billet, The Jewish Theological Seminary, New York

An account of the virtues is a central but neglected part of Hermann Cohen's philosophical ethics and Jewish philosophy. In this lecture, we will examine the role of modesty (Bescheidenheit) and humility (Demut) in Cohen's Tugendlehre. Cohen understood his own neo-Kantian ethics in contrast with two broad opposing ethical systems: the "eudaimonia" of Aristotle and the "pantheism" of Spinoza. Our examination of Cohen on the virtue of humility sheds light on these contrasts and also on Cohen's positive reception of the philosophy of Maimonides, whom he understood, surprisingly, as sharing his opposition to Aristotelean ethics. As we will see, central to Cohen's Tugendlehre is an understanding of power and agency in opposition to determinism and fatalism, on the one hand, and to common alternative understandings of power, on the other hand.


Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, bei Bedarf gibt es eine Zusammenfassung in deutscher Sprache.

Online-Veranstaltung per Zoom.

Chasdai Crescas: Denken unter Druck – Philosophie, Polemik und die prekäre Möglichkeit interreligiöser Verständigung

18.05.2026  | 19.00 Uhr

Federek Musall

Der Vortrag widmet sich Chasdai Crescas (ca. 1340–1410) in einer Phase tiefgreifender krisenhafter Verdichtung jüdischer Existenz im spätmittelalterlichen Spanien. Ausgehend von Biografie und Hauptwerk Or ha-Shem (bzw. Or Adonai) wird Crescas’ philosophische Kritik am maimonidisch-aristotelischen Paradigma ebenso in den Blick genommen wie seine antichristliche Schrift Bittul iqqare ha-Nozrim. Dabei geht es nicht nur um die inhaltliche Widerlegung christlicher Lehrsätze, sondern um eine Reflexion der Bedingungen, unter denen solche Polemik überhaupt entsteht: asymmetrische Machtverhältnisse, missionarischer Druck, die Bedrohung jüdischer Kontinuität. Der Vortrag versteht Crescas’ Texte daher als Ort doppelter Kritik – an theologischen Konzepten wie an politischen Konstellationen – und fragt, inwiefern sie zugleich Ressourcen jüdischer Selbstbehauptung und Dokumente der Grenzen interreligiöser Verständigung sind.

Online-Veranstaltung per Zoom.